Parkinson und Alzheimer: Frauen häufiger von Doppeldiagnose betroffen

Djamal Sadaghiani
Morbus Parkinson und Alzheimer: Frauen häufiger betroffen

Eine aktuelle Auswertung von Autopsie-Daten aus den USA bringt neue Erkenntnisse über das Zusammentreffen von neurodegenerativen Erkrankungen ans Licht. Demnach weisen Frauen, die an Morbus Parkinson erkrankt waren, nach ihrem Tod deutlich häufiger auch Gewebeveränderungen auf, die typisch für Morbus Alzheimer sind.

Vorgestellt wurden diese Ergebnisse auf der Jahrestagung der European Academy of Neurology in Genf. Die medizinische Forschung wirft damit einen neuen Blick auf die sogenannte Komorbidität – also das gleichzeitige Auftreten – der beiden bekanntesten neurodegenerativen Erkrankungen.

Unterschiedliche Krankheitsbilder, gemeinsame Spuren

Grundsätzlich unterscheiden sich Morbus Parkinson und Morbus Alzheimer zu Beginn der Erkrankung sowohl in ihren klinischen Symptomen als auch in ihren pathologischen Ursachen tiefgreifend:

  • Morbus Parkinson: Hier finden sich in den Hirnzellen typischerweise Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuclein, die sich zu sogenannten Lewy-Körperchen formieren. Dies führt primär zu Bewegungsstörungen.
  • Morbus Alzheimer: Diese Form der Demenz wird maßgeblich durch die Ansammlung von Beta-Amyloiden und Tau-Fibrillen im Gehirn ausgelöst, was den schrittweisen Gedächtnisverlust verursacht.

Trotz dieser klaren Trennung zu Beginn der Erkrankung zeigen die untersuchten Gehirne von verstorbenen Parkinson-Patienten häufig auch die für Alzheimer charakteristischen Amyloid- und Tau-Ablagerungen. Besonders auffällig: Frauen sind von dieser doppelten pathologischen Belastung signifikant häufiger betroffen als Männer.

Was bedeutet das für die Praxis?

Für Pflegekräfte, Mediziner und pflegende Angehörige sind diese Erkenntnisse von großer Bedeutung. Wenn Parkinson-Patientinnen im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit verstärkt kognitive Einschränkungen zeigen, könnte dies auf eine parallel verlaufende Alzheimer-Erkrankung hindeuten.

Herausforderungen in der Pflege

Eine Doppeldiagnose bringt im Pflegealltag besondere Herausforderungen mit sich. Die Kombination aus motorischen Einschränkungen durch Parkinson und kognitivem Abbau durch Alzheimer erfordert eine hochgradig individualisierte Betreuung. Eine frühzeitige Sensibilisierung für diese mögliche Entwicklung – insbesondere bei weiblichen Patientinnen – kann dabei helfen, Therapie- und Pflegepläne rechtzeitig anzupassen und die Lebensqualität der Betroffenen bestmöglich zu erhalten.

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